
Als Rumänin oder Rumäne hast du freien Zugang zum Schweizer Arbeitsmarkt. Der Unterschied zu Rumänien liegt im Detail: Lebenslauf mit Foto, Arbeitszeugnisse, Lohnvorstellung in brutto und eine Bewilligung, die von der Vertragsdauer abhängt. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du alles richtig machst.
Für rumänische Staatsangehörige gilt seit Juni 2019 die volle Personenfreizügigkeit mit der Schweiz, ohne Kontingente. Du kannst also wie jede EU-Bürgerin und jeder EU-Bürger eine Stelle suchen und annehmen.
Du brauchst weder Visum noch Arbeitsbewilligung, um dich zu bewerben. Die Aufenthaltsbewilligung beantragst du erst mit dem Arbeitsvertrag; welche du bekommst, hängt von der Vertragsdauer ab.
Du darfst bis zu 3 Monate in der Schweiz bleiben, um eine Stelle zu suchen. Dauert es länger, beantragst du bei der Gemeinde eine Kurzaufenthaltsbewilligung L zur Stellensuche, sofern du deinen Lebensunterhalt selbst bestreiten kannst.
Der Medianlohn für eine Vollzeitstelle lag 2024 bei 7024 Franken brutto pro Monat (BFS). Die Unterschiede zwischen Branchen und Regionen sind aber gross; prüfe die Zahlen für deinen Beruf.
Die Reihenfolge zählt: Ohne Vertrag keine Bewilligung, und ohne Anmeldung bei der Gemeinde solltest du nicht zu arbeiten beginnen.
Lebenslauf im Schweizer Format, Motivationsschreiben, Arbeitszeugnisse oder Referenzschreiben und Kopien der Diplome, alles in der Sprache des Inserats. Details im Abschnitt zum Dossier.
Die Schweiz hat drei grosse Arbeitsmärkte: Deutschschweiz, Romandie und Tessin. Wähle die Portale der Region, in der du leben willst, und bewirb dich in der Sprache des Inserats.
Sei pünktlich, informiere dich über die Firma und halte eine Lohnvorstellung in brutto bereit. In handwerklichen Berufen ist auch ein Schnuppertag üblich.
Prüfe Probezeit, Kündigungsfrist, Lohn (12 oder 13 Monatslöhne), Arbeitszeit und Ferien. Die Vertragsdauer entscheidet, welche Bewilligung du erhältst.
Innerhalb von 14 Tagen nach der Ankunft und vor dem ersten Arbeitstag meldest du dich bei der Einwohnerkontrolle an, mit Pass oder Identitätskarte und Arbeitsvertrag. Von dort aus läuft das Gesuch um die Bewilligung.
Du hast 3 Monate ab Zuzug Zeit, eine Krankenkasse (KVG) zu wählen. Die Versicherung gilt rückwirkend, die Prämien zahlst du also ab dem Zuzugsdatum. Mehr dazu in die obligatorische Krankenversicherung in der Schweiz.
Der Lohn wird auf ein Schweizer Konto ausbezahlt, und mit Bewilligung L oder B wird die Steuer meist direkt vom Lohn abgezogen (Quellensteuer). Siehe Neobanken in der Schweiz und das Schweizer Steuersystem.
Schweizer Arbeitgeber erwarten ein vollständiges, geordnetes Dossier, nicht nur einen Lebenslauf. Ein nachlässiges Dossier wird schnell aussortiert, auch bei guter Erfahrung.
Es gibt kein einziges Portal für das ganze Land. Kombiniere ein allgemeines Portal, eines für deine Branche und lokale Personalvermittler.
| Wo | Für wen | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| jobs.ch | Deutschschweiz (Zürich, Basel, Bern, Luzern) | Das grösste allgemeine Portal der Deutschschweiz. |
| jobup.ch | Romandie (Genf, Waadt, Neuenburg, Freiburg) | Das französischsprachige Pendant zu jobs.ch. |
| Job-Room (arbeit.swiss) | Alle Regionen | Portal der öffentlichen Arbeitsvermittlung (RAV). Manche Stellen erscheinen hier früher als anderswo (siehe unten). |
| IT, Finanzen, Management, internationale Firmen | Vollständiges Profil auf Englisch oder Deutsch; viele Recruiter suchen aktiv dort. | |
| swissdevjobs.ch | IT und Softwareentwicklung | Die Inserate zeigen meist die Lohnspanne an. |
| Adecco, Manpower, Randstad und lokale Temporärbüros | Bau, Logistik, Industrie, Reinigung, Gastronomie | Temporärarbeit ist oft der schnellste Einstieg in den Arbeitsmarkt. |
| Michael Page, Page Personnel, Hays | Fachkräfte und Führungspositionen | Vermittlung qualifizierter Stellen; für Kandidierende kostenlos. |
| Websites von Firmen und Kantonen | Spitäler, öffentliche Verwaltung, grosse Firmen | Viele Stellen erscheinen nur in der Rubrik „Karriere“ des Arbeitgebers. |
Stellenmeldepflicht: In Berufsarten mit hoher Arbeitslosigkeit müssen Arbeitgeber offene Stellen zuerst dem RAV melden. Während 5 Arbeitstagen sind diese Inserate nur für beim RAV angemeldete Personen sichtbar. Viele Stellen werden nie online ausgeschrieben, Kontakte zählen also: frag auch in der rumänischen Community in der Schweiz nach.
Im Gespräch zählen Pünktlichkeit, gute Vorbereitung und eine klare Antwort auf die Frage nach deiner Lohnvorstellung.
In der Schweiz werden Löhne brutto verhandelt. Viele Arbeitgeber fragen nach dem Jahreslohn; sag dazu, ob dein Betrag pro Monat × 12 oder × 13 gerechnet ist.
Der offizielle Lohnrechner Salarium des Bundesamts für Statistik zeigt den typischen Lohn nach Beruf, Region, Alter und Erfahrung. So verlangst du nicht zu wenig.
Vom Bruttolohn gehen die Sozialabzüge ab (AHV/IV/EO, ALV, Pensionskasse, Unfallversicherung), meist zusammen 12–17%, dazu die Quellensteuer und die Krankenkasse, die du separat bezahlst.
| Medianlohn brutto pro Monat, Vollzeit (2024) | CHF |
|---|---|
| Ganze Schweiz | 7024 |
| Region Zürich | 7502 |
| Tessin | 5708 |
| Forschung und Entwicklung | 9139 |
| Pharmaindustrie | 10 159 |
| Banken | 10 723 |
| Die tiefsten 10% verdienen weniger als | 4635 |
Quelle: Bundesamt für Statistik (BFS), Schweizerische Lohnstrukturerhebung 2024, veröffentlicht im November 2025.
Für EU-Bürgerinnen und -Bürger folgt die Bewilligung dem Vertrag: Du beantragst sie nicht im Voraus, sondern nach der Unterschrift.
| Vertragsdauer | Was folgt | Wer kümmert sich |
|---|---|---|
| Bis 3 Monate (max. 90 Arbeitstage pro Kalenderjahr) | Keine Bewilligung, nur das Online-Meldeverfahren | Meist der Arbeitgeber, spätestens einen Tag vor Arbeitsbeginn |
| 3 bis 12 Monate | Kurzaufenthaltsbewilligung L, gültig so lange wie der Vertrag | Du, bei der Gemeinde, mit dem Vertrag |
| 12 Monate oder länger bzw. unbefristet | Aufenthaltsbewilligung B, gültig 5 Jahre | Du, bei der Gemeinde, mit dem Vertrag |
| Du wohnst in einem EU-Nachbarland und kehrst wöchentlich zurück | Grenzgängerbewilligung G | Arbeitgeber oder du, bei der kantonalen Behörde |
Noch keine Stelle gefunden? Nach den ersten 3 Monaten meldest du dich bei der Gemeinde an und beantragst eine Bewilligung L zur Stellensuche. Sie wird meist für 3 Monate erteilt und kann bis auf insgesamt ein Jahr verlängert werden, wenn du aktive Suchbemühungen und genug Mittel für den Lebensunterhalt nachweist. Die genauen Regeln variieren leicht von Kanton zu Kanton, und während dieser Zeit hast du keinen Anspruch auf Sozialhilfe. Welche Dokumente du brauchst, steht im Ratgeber Notwendige Dokumente als Neuankömmling in der Schweiz.
Die Grundregeln stehen im Obligationenrecht (OR). Vieles kann schriftlich oder durch einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) abgeändert werden, lies also jede Klausel.
In der Regel der erste Monat; schriftlich kann sie auf höchstens 3 Monate verlängert werden (Art. 335b OR). Während der Probezeit können beide Seiten mit nur 7 Tagen Frist kündigen.
Nach der Probezeit: 1 Monat im ersten Dienstjahr, 2 Monate im 2. bis 9. Jahr, 3 Monate ab dem 10. Jahr, jeweils auf Ende eines Monats (Art. 335c OR). Der Vertrag kann schriftlich andere Fristen vorsehen.
Der 13. Monatslohn ist sehr verbreitet, aber gesetzlich nicht vorgeschrieben. Vergleiche Angebote immer anhand des Jahreslohns brutto.
Gesetzlich stehen dir mindestens 4 Wochen Ferien pro Jahr zu (5 bis zum 20. Altersjahr). Viele Firmen bieten 5 Wochen; prüfe die Zahl im Vertrag.
Eine typische Arbeitswoche hat 40–42 Stunden. Achte darauf, wie Überstunden bezahlt oder kompensiert werden und ob du feste Zeiten, Schichten oder Arbeit auf Abruf hast.
Im Bau, in der Gastronomie, in der Reinigung oder in der Temporärarbeit gibt es oft einen GAV mit verbindlichen Mindestlöhnen. Wird dir weniger angeboten, frag nach dem Grund.
Ein langer, generischer Europass wirkt schwach. Ein kurzer, übersichtlicher und auf die Stelle zugeschnittener Lebenslauf funktioniert viel besser.
Nennst du einen Nettobetrag oder einen Betrag weit unter dem Markt, nimmt ihn der Arbeitgeber gern an. Prüfe vorher Salarium und den GAV deiner Branche.
Ein seriöser Arbeitgeber verlangt keine Vermittlungsgebühr, kein Geld für die Bewilligung und keine Vorauszahlung für eine Unterkunft. Siehe unseren Ratgeber zu Betrug und Abzocke in der Schweiz.
Wer ohne Meldeverfahren oder ohne Anmeldung bei der Gemeinde zu arbeiten beginnt, riskiert eine Busse, und zwar du ebenso wie der Arbeitgeber.
Ja. Viele Gespräche beginnen online. Du ziehst um und meldest dich an, sobald der Vertrag unterschrieben ist.
Für die meisten Stellen ja: Die Sprache der Region ist entscheidend. Ausnahmen sind manche Stellen in IT, Forschung oder internationalen Firmen, wo Englisch reichen kann.
Für die Bewerbung reicht meist eine einfache Übersetzung oder ein zweisprachiges Diplom. Für die offizielle Anerkennung eines reglementierten Berufs werden in der Regel beglaubigte Übersetzungen verlangt.
Melde dich so schnell wie möglich beim RAV an, am besten schon während der Kündigungsfrist. Ob du Arbeitslosengeld erhältst, hängt davon ab, wie lange du Beiträge bezahlt hast.
Stand der Informationen: Oktober 2026. Die Angaben sind allgemeiner Natur. Quellen: Staatssekretariat für Migration (SEM), Bundesamt für Statistik (BFS), Obligationenrecht (Art. 330a, 335b, 335c OR) und kantonale Migrationsämter. Die Regeln können sich ändern; kläre deine konkrete Situation bei deiner Gemeinde oder beim kantonalen Migrationsamt.